Das Finden der Pflegeschätze
Im Rahmen der beispielhaften Pflegeschätze zeigen wir erste Ergebnisse aus insgesamt vier Interviews, die im häuslichen Umfeld der Familie oder an einem neutralen Ort durchgeführt wurden. In den Interviews beleuchteten wir die Bewältigungsstrategien der pflegenden Familien hinsichtlich alltäglicher Herausforderungen, denen sie bei der Gestaltung des familiären Alltags gegenüberstehen. Es wurden insbesondere lösungsorientierte und kreativitätsfördernde Fragetechniken verwendet. Alle befragten Familien stehen vor weitreichenden Herausforderungen, unterscheiden sich aber wesentlich hinsichtlich der eigenen Lebensumstände, dem Alter der Kinder sowie der Ausprägung und Intensität der Pflegebedürftigkeit. An dieser Befragungsrunde haben nur Mütter teilgenommen, die beschriebenen Pflegeschätze betreffen aber auch andere Personen.
Pflegeschatzbeschreibung und Auswahl
In den ersten vier Erhebungen haben wir über 150 Pflegeschätze gefunden. Einige dieser Pflegeschätze werden beispielhaft auf dieser Webseite gezeigt, um so individuelle Erfahrungen sichtbar zu machen.
Um die Unterschiedlichkeit der Pflegeschätze zu zeigen, haben wir möglichst aus allen der folgenden Kategorien Pflegeschätze aufgenommen: Art des Pflegeschatzes (z. B. Strategie, Produkt, Do-it-Yourself-Projekt), Anwendungskontext (z. B Versorgung des Kindes oder Selbstfürsorge der Eltern) und Situation der Anwendung (z. B. in Notsituationen oder unterwegs). Neben dieser Vielfalt haben wir auch darauf geachtet, dass für Herausforderungen, von denen die meisten befragten Eltern berichteten, Pflegeschätze im Katalog enthalten sind z.B. Packen einer Notfalltasche, Entwicklung spezifischer Kommunikationsstrategien, Hilfsmittelversorgung.
Als Pflegeschätze beschreiben wir exakt die von den Interviewteilnehmerinnen beschriebenen Erfahrungen. Wir geben Vorgehen, Situationen sowie das individuelle Erleben der Pflegenden ohne Prüfungen und Ergänzungen wieder. Anhand vorab definierter Regeln bereiten wir die Erfahrungen verständlich, ansprechend und schnell erfassbar auf (bzw. durch einfache Sprache, Bilder und feste Beschreibungselemente). Dabei verwenden wir, immer dann, wenn das Geschlecht für den Inhalt nicht relevant ist, die neutrale Form „Elternteil“ und das zugehörige Pronomen „er“.